Aktueller Jahrgang

© Susanne Gabler
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Susanne Gabler

Bildende Kunst

September, Oktober, November 2021

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Susanne Gabler lebt und arbeitet als Bildende Künstlerin in Wismar. Nach einem abgeschlossenen Studium der angewandten Kunst arbeitete sie freiberuflich in den Bereichen Freie Kunst, Grafik und Innenarchitektur. Seit 2019 hat Gabler gemeinsam mit zwei weiteren Künstlerinnen die geschäftsführende Leitung der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar.

2018 erhielt sie ein Landesstipendium und lebte und arbeitete als Artist-in-Residence auf Island.

Sie projektiert verschiedenartige Kunstprojekte, Kunstaktionen und Ausstellungen für Kunsthäuser. Sie arbeitet in unterschiedlichen Kollaborationen, erprobt sich in Wissenschaftskommunikation und ihre eigenen künstlerischen Arbeitsschwerpunkte sind Objekte, Rauminstallationen, partizipative Kunstaktionen und Fotografie.

Ungerechtigkeiten werden wiederkehrend Inhalt ihrer künstlerischen Arbeit. Im Entstehungsprozess entwickelt sie Übersetzungen vorerst abstrakter Gefühle. Die folgend primär ästhetisch wirkenden Objekte ermöglichen leichte Annäherung, sind aber im nahen Betrachten als Drama erkennbar. Intendiert verursachen die Kunstwerke sekundär Gefühle, durch welche die BetrachterInnen die Unmittelbarkeit ihrer Kunst erfahren. Widerspiegelnd zeigen ihre Arbeiten unsere Zerrissenheit zwischen Verbrauch und Erhalt – zwischen den Strukturen unserer Lebensgewohnheiten und der sich daraus ergebenden Verantwortung. Die seit Urzeiten existierenden Kreisläufe des Lebens sind das Grundprinzip der Nachhaltigkeit. Trotz dieses Wissens fragt Gabler sich, warum wir die Konsequenzen des Handelns ignorieren und unseren begrenzten Lebensraum missbrauchen, statt unser Handeln zu korrigieren. Gablers Kunst stellt die RezipientInnen in diese Konfrontation. Die anschließenden Reflexionen beobachtet sie und ergründet unsere gesellschaftlichen Verflechtungen in Strukturen und Wünschen.

In Wiepersdorf möchte Gabler sich mit den Artefakten des Neoliberalismus auseinandersetzen: Kommt „gut“ von „Güter“? Oder sollte „Güter“ nicht die Ableitung von „gut“ sein? Was ist das Gute? Was sind unsere höchsten Güter? Wer kann die lauten und deutlich weltlichen Bedrohungen nicht sehen, hören oder schmecken? – Wo steckt unsere Güte zwischen all unseren Gütern? Der Neoliberalismus funktioniert nur endlich und profitieren können nur die an dessen Spitze. Ich suche nach dem „gut“ in den Gütern und frage: Welche Güter verdienen eigentlich das Prädikat gut?

www.susannegabler.de
Instagram: @susagabler