Sonderstipendien

Forschungsstipendium

Die deutsche Tischgesellschaft von 1811: Romantische Geselligkeit, Geschlechterpolitik, Antisemitismus

Die Bewerbungsfrist endet am 10. Mai 2021. Bitte lesen Sie sich zunächst die Leitlinien durch. Am Ende finden Sie das Bewerbungsformular

Die „Deutsche Tischgesellschaft“, von Achim von Arnim 1811 gegründet, versammelte Vertreter aus Kunst, Wissenschaft, Verwaltung und Militär wie Fichte, Savigny, Schinkel oder Schleiermacher. Frauen und Juden waren nicht zugelassen. Von 1814 bis zu seinem Tod im Jahr 1831 lebte Achim von Arnim im Gutshaus Wiepersdorf, zeitweise gemeinsam mit seiner Frau, Bettina von Arnim, geborene Brentano. Dort bewirtschaftete und modernisierte er die Güter und publizierte Erzählungen, Dramen, Gedichte, den Roman ‚Die Kronenwächter‘ und zahlreiche journalistische Arbeiten.

Die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf schreibt in Zusammenarbeit mit dem Goethe- und Schiller-Archiv, Klassik Stiftung Weimar ein Forschungsstipendium zur Deutschen Tischgesellschaft aus. Im Zentrum stehen die Akten der "Deutschen Tischgesellschaft", die das Goethe- und Schiller-Archiv erworben und für die Forschung geöffnet hat. Sie stehen über die Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs digitalisiert zur Verfügung:

Deutsche Tischgesellschaft, 1811-1819 (https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=401:2:::::P2_ID:483467)
Deutsche Tischgesellschaft, 1819-1826 (https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=401:2:::::P2_ID:483468)

Mit dem Stipendium soll die Möglichkeit eröffnet werden, einen Aufsatz und/oder Blog-Beitrag zur „Deutschen Tischgesellschaft“ zu erarbeiten. Von besonderem Interesse sind Themen, die sich mit romantischer Geselligkeit, Geschlechterpolitik und Antisemitismus im frühen 19. Jahrhundert auseinandersetzen. Folgende Fragestellungen, die aufgrund des Archivmaterials nun vertieft beantwortet werden können, sollten dabei im Vordergrund stehen:
Was genau hat die „Deutsche Tischgesellschaft“ in ihren Sitzungen getan und beschlossen?
Welche Strukturen hat sie etabliert?
Wie steht die Tätigkeit der Tischgesellschaft zum Werk der beteiligten Dichter, Künstler, Philosophen, Architekten?

LEITLINIEN

Gegenstand und Rechtsgrundlage
Die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf gewährt gemeinsam mit dem Goethe- und Schiller-Archiv, Klassik Stiftung Weimar nach Maßgabe nachfolgender Leitlinien und unter dem Vorbehalt zur Verfügung stehender Landesmittel ein Forschungsstipendium in Schloss Wiepersdorf (Land Brandenburg/Fläming). Im Zentrum stehen die Akten der „Deutschen Tischgesellschaft“, die über das Goethe- und Schiller-Archiv digitalisiert zur Verfügung stehen. Ein Anspruch auf Gewährung des Stipendiums besteht nicht.

Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium der Germanistik, Philosophie oder angrenzender Fächer
- Arbeitsschwerpunkte im Bereich Romantikforschung,
- Mindestens eine Publikation
- Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache
- Lesekompetenz für deutsche Kurrentschrift

Für die Vergabe des Aufenthaltsstipendiums sind die Qualität bisheriger wissenschaftlicher Arbeiten und die Erfahrungen mit Arbeitsschwerpunkten im Bereich Romantik ausschlaggebend.

Art und Umfang des Stipendiums
Das Aufenthaltsstipendium hat eine Dauer von drei Monaten und wird für den Zeitraum September bis November 2021 gewährt.
Neben der freien Unterkunft und Verpflegung in Schloss Wiepersdorf erhält der Stipendiat/die Stipendiatin je ein monatliches Stipendiengeld von 1.200 Euro und einen einmaligen Sachkostenzuschuss in Höhe von 480 Euro. Bei Verkürzung des Aufenthalts reduziert sich der Sachkostenzuschuss um jeweils 160 Euro pro Monat.
Für StipendiatInnen aus Ländern, für die Visapflicht besteht, wird die Übernahme der Kosten für das Visum gewährt.

Bibliothek
Schloss Wiepersdorf verfügt über eine Bibliothek mit einem reichhaltigen Bestand zum Thema Romantik. Die Bibliothek steht als Arbeitsraum für das Aufenthaltsstipendium zur Verfügung.

Vergabeverfahren
Die Vergabe des Aufenthaltsstipendiums erfolgt nach Beratung durch eine unabhängige Fachjury.

Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren
Die Bewilligung oder Ablehnung des Stipendiums wird schriftlich mitgeteilt.
Eine Begründung für die Ablehnung erfolgt nicht.
Der Stipendiat/die Stipendiatin erhält mit der Zusage eine Einverständniserklärung. Erst nach Unterzeichnung dieser Einverständniserklärung durch der Stipendiaten/die Stipendiatin gilt das Stipendium als rechtswirksam verliehen.

Sachbericht und Fragebogen
Der Stipendiat/die Stipendiatin ist angehalten, spätestens 14 Tage nach Ablauf des Stipendiums der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf einen Sachbericht zum Aufenthalt zu liefern.
Darüber hinaus wird darum gebeten, bei der Veröffentlichung eines mit Hilfe des Aufenthaltsstipendiums entstandenen Werkes auf die Unterstützung durch die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf und das Goethe- und Schiller-Archiv/Klassik Stiftung Weimar in geeigneter Form hinzuweisen.

Rücknahme, Stornierung oder Verschiebung des Aufenthaltsstipendiums
Die Bewilligung des Stipendiums kann zurückgenommen werden, wenn die Antragstellerin bzw. der Antragsteller das Stipendium zu Unrecht, insbesondere durch unzutreffende Angaben erlangt hat. Der Rückzahlungsanspruch besteht unabhängig davon, ob das Stipendiengeld bereits verwendet wurde.
Im dringend begründeten und nachzuweisenden Verhinderungsfall (Krankheit, Auftragsarbeit u. ä.) ist unverzüglich mit der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf die Stornierung bzw. die Verschiebung des Stipendienaufenthaltes innerhalb des Stipendienjahrgangs zu regeln. Eine Regelung ist nur innerhalb des Jahres, in dem das Stipendium zugesprochen wird, möglich.
Eine Teilung des Stipendiums in mehrere Aufenthalte sowie eine überjährige Regelung ist aus vergabe- und haushaltsrechtlichen Gründen ausgeschlossen.

Sonstiges
Mit Annahme des Stipendiums erkennt der Stipendiat/die Stipendiatin die damit verbundene Residenzpflicht an. Diese verpflichtet den Stipendiaten/die Stipendiatin, die überwiegende Zeit des zuerkannten Stipendiums in Schloss Wiepersdorf zu verbringen.
Der Stipendiat/die Stipendiatin ist angehalten, sich während ihres Aufenthaltes angemessen an der Veranstaltungstätigkeit von Schloss Wiepersdorf zu beteiligen.
Einreichungen, die den formalen Anforderungen nicht entsprechen, können im Auswahlverfahren nicht berücksichtigt werden.

Im Falle von Restriktionen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie behält sich die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf das Recht vor, den Residenzaufenthalt in Wiepersdorf kurzfristig nicht zu gewähren und das Stipendium stattdessen auf virtueller Basis durchzuführen. Die Zahlung des Stipendiengeldes und des Sachkostenzuschusses bleibt davon unberührt. Ein Anrecht auf zeitliche Verschiebung des Stipendiums besteht nicht.

Datenschutz
Hinweise zum Datenschutz finden sich im Bewerbungsformular.

Die Bewerbungsfrist für das Forschungsstipendium „Die deutsche Tischgesellschaft von 1811: Romantische Geselligkeit, Geschlechterpolitik, Antisemitismus“ endet am 10. Mai 2021. Bewerbungen, die nach Ablauf der Frist eingereicht werden, können nicht berücksichtigt werden.

BEWERBUNGSFORMULAR

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