Veranstaltungsarchiv

Mittwoch,
Stefan Hofmann: Dialektik der Gleichheit. Achim von Arnims antijüdische Rede im Kontext
online, Aufzeichnung

Im Frühsommer 1811 hielt Achim von Arnim in Berlin vor der Deutschen Tischgesellschaft eine Rede mit dem Titel Über die Kennzeichen des Judentums. Darin thematisierte er, ob und wie Juden im Alltag zu erkennen seien und bediente sich dabei verschiedener antijüdischer Topoi. Im Gespräch mit Theresa Eisele, Stipendiatin der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, diskutiert der Historiker Stefan Hofmann die Rede Arnims als paradigmatischen Text der Judenfeindschaft des frühen 19. Jahrhunderts.


Dienstag,
Wissenschaft – Ökologie – Aktivismus. Eva Horn und Klaus Dörre im Gespräch
Schloss Wiepersdorf/Atelier
Eva Horn © Eva Horn, Klaus Dörre © Angelika Osthues

Ökologische Probleme sind – aus ökonomischer Sicht – Folgen des kapitalistischen Wirtschaftens als eine desaströse Haushaltsführung der Erde Aus Perspektive der kulturwissenschaftlichen Anthropozän-Debatten können ökologischen Fragen jedoch zu einer grundsätzlichen Neupositionierung des Menschen in der Welt sowie seiner Wahrnehmung dieser Welt führen. Im Gespräch zwischen der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Eva Horn und dem Wirtschaftssoziologen Klaus Dörre werden diese unterschiedlichen Perspektiven vermittelt.


Mittwoch,
Günter Agde: Literatur und Film. Günter Kunert
online, Aufzeichnung

Der deutsche Lyriker Günter Kunert (1929 – 2019) hat zeitlebens zahlreiche Texte fürs Kino geschrieben, seine Filme bilden einen bedeutenden, freilich bislang weitgehend unbekannten Teil des deutschen Kino-Repertoires. Kunerts Kurzgeschichte „Zentralbahnhof“ (1972), eine Arbeit voller kafkaesker Verschlüsselungen und zeit- und ortloser Anspielungen, hat etliche deutsche Filmemacher angeregt, diese Prosa für das Kino zu adaptieren.


Sonntag,
ERINYEN NOW
Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf | Atelierhaus, Terrasse, Schlosspark
Samira Freitag/Projekt ERINYEN NOW, © Matze Spohn

Das Gruppenprojekt ERINYEN NOW widmet sich mit einer Ausstellung und einer Art Novel den Erinyen (Furien), den Rachegöttinnen und Vertreterinnen des Mutterrechts, sowie ihrer Überlieferung in der Kunst, auch unter einem feministischen Blickwinkel.

 


Sonntag,
Nezaket Ekici: Die Nähe der Ferne / Performance
Abfahrt auf dem Schlossvorplatz um 14:00 Uhr
Nezaket Ekici/Schloss Wiepersdorf Fashion Collection, © N. Ekici

Nezaket Ekici wird am Sonntag, dem 22. August 2021, um 14.00 Uhr Schloss Wiepersdorf verlassen und mit einer Kutsche nach Berlin reisen. Die Fahrt dauert drei Tage und endet am Dienstag, dem 24. August 2021. Diese Reise zitiert die Fahrten, die Bettine und Achim von Arnim vor etwa zweihundert Jahren unternahmen, um zueinander zu kommen.


Sonntag,
Tag des Offenen Ateliers
Tankhalle, Atelierhaus und Schlosspark
Gruppe BETTINE, Atelierhaus, Schloss Wiepersdorf 2020, Detail

Aus Anlass des Tages des Offenen Ateliers präsentieren Wiepersdorfer Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Arbeiten. Es werden zu hören und zu sehen sein: die Multimediakomposition "Tuono del Cuculo" von Sergey Khismatov, Anna Korsun und Ekaterina Polyakova, die Ausstellungen "Wildblumen in Wiepersdorf" und "Schuhe" von Petra E. Thoss sowie die Klanginstallation "Requiem for a Flower" von Natalia Pschenitschnikova.


Freitag,
Der Wagen – Kinovorführung
Schlossvorplatz

Im Sommer 2019 unternahm das Theaterensemble der buehnendautenheims eine ungewöhnliche Deutschlandtournee: Es reiste mit einer 100-jährigen Heuwagenbühne quer durchs Land – von Rheinhessen nach Berlin und präsentierte Calderóns Stück DAS GROSSE WELTTHEATER. Jeden Abend spielte die Truppe in einer anderen Ortschaft, unter anderem in Wiepersdorf, und zog jeden Tag bis zu 40 Kilometer weiter.

Eintritt frei

Im Kinoshop (geöffnet ab 20.30 Uhr) gibt es Popcorn und Kaltgetränke.

 


Sonntag,
Lloyd Corporation: London/Athens (Ausstellung)
Schlossvorplatz

London/Athens ist eine fotografische Serie, die informelle Mitteilungen und Anzeigen im öffentlichen Raum beider Städte seit März 2020 dokumentiert. Die Fotografien entstanden auf Erkundungsstreifzügen der Künstler durch die Straßen ihrer jeweiligen Stadt während der Zeit des Corona-bedingten Lockdowns. Die Bilder zeigen eine Vielzahl persönlicher und politischer Reaktionen auf die neue Situation, mit der sie sich in den beiden Städten, in denen sie leben, auseinandergesetzt haben.

Ali Eisa und Sebastian Lloyd Rees waren Stipendiaten des Projektes „Art in a Conflicted World“ der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, das im Jahr 2020 vom Auswärtigen Amt gefördert wurde.

 


Sonntag,
Natalia Pschenitschnikova „Requiem for a flower“ und „Baumgebet“
Schlosspark Wiepersdorf (Bauernstube bei schlechtem Wetter)

„Requiem for a flower“, entwickelt während des Aufenthalts auf Schloss Wiepersdorf, ist eine musikalische Performance mit Objekten, in der performative Prozesse starke Einflüsse auf die Klangebene ausüben. Das Stück ist vor dem Hintergrund der „Roten Liste“ gefährdeter Pflanzen in Russland (List of the vascular plants in the Red Data Book of Russia) und des Gedichts „Blumen“ von Bettina von Arnim entstanden. Die Performance lässt sich als Mobile Installation beschreiben, bei der die Performerin gleichzeitig eine Blume und ihre Betrachterin wird. Auch „Baumgebet“ ist ein Stück, das in Wiepersdorf konzipiert und entwickelt wurde. Es arbeitet mit Objekten, Stimme und live electronics.

 

Natalia Pschenitschnikova ist derzeit Stipendiatin der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.


Mittwoch,
Die Macht der Machtlosen
Online | Aufzeichnung
© Valentyn Kuzan, Kasia Syramalot, Molly Tallant
© Valentyn Kuzan, Kasia Syramalot, Molly Tallant

— Veranstaltung in englischer Sprache —

Eine Kooperation der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf und des LCB

Die neue Gesellschaft, die sich im Protestsommer 2020 in Belarus bildete, ist heute einer Politik der Rache ausgesetzt. Der Diktator in Minsk lässt einsperren, foltern und töten. Die russische Alissa Ganijewa spricht mit ihren befreundeten Schriftstellerkollegen Viktor Martinowitsch aus (Belarus) und Ostap Slyvynskyj (Ukraine) darüber, was diese Situation für sie alle drei bedeutet: Wie steht es um die individuelle Freiheit und Verantwortung, wenn ein Regime auf Angst und Einschüchterung setzt? Wie umgehen mit der Gefahr für das eigene Leben? Ändert sich die Haltung zum Schreiben?