>So oft ich Deiner denke, gehn mir tausend Herzen auf und tausend Stimmen reden aus mir, und wo ich etwas Liebes höre denke ich Dein, so sei Dir denn in Deinem Namen B. B., liebe Bettine Brentano, liebe Beans Beor, tausendfach Glück gewünscht von Deinem Amans Amor, daß Du gewißlich zu uns kommst; vielleicht kann ich Dir viel Glück wünschen und wenig geben, aber was ich habe ist Dein.<
Achim an Bettina (1811)

>Ich denke, wenn man ein Herz recht ernsthaft liebt, so liebt man die ganze Welt, und sie wird nur ein Spiegel für das geliebte, wie der Strom für seine Ufer.<
Bettina an Achim (1808)

Ludwig Achim und Bettina von Arnim

Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim wird am 26. Januar 1781 als Sohn des königlich preußischen Kammerherrn Joachim Erdmann von Arnim (1741-1804) in Berlin geboren. Die Mutter, Amalie Caroline, geb. Labes (1761-1781), stirbt kurz nach seiner Geburt. Achim und sein älterer Bruder Carl Otto wachsen bei der Großmutter, Baronin Caroline von Labes (1730-1810) auf dem Gut Zernikow und in Berlin auf. Nach dem Tod des Vaters 1804 erben beide Brüder die Güter Bärwalde und Wiepersdorf.  
 
Während seiner Studien der Rechtswissenschaften in Halle und Göttingen (1798-1801) macht Ludwig Achim von Arnim die Bekanntschaft mit den Dichtern Ludwig Tieck und Clemens Brentano. Nach dem Studium wendet er sich der Literatur zu und beginnt zu publizieren. Mit seinem Bruder Carl Otto unternimmt eine ausgedehnte Bildungsreise durch Europa. Im Hause seines Dichterfreundes Clemens Brentano in Frankfurt am Main begegnet er dessen jüngerer Schwester Bettina, die 1811 seine Frau wird.  
 
Gemeinsam mit Clemens Brentano gibt er die Volksliedsammlung >Des Knaben Wunderhorn< heraus. Zahlreiche Gedichte, Novellen, Romane und Schauspiele folgen.  
 
Im Frühjahr 1814 übernimmt Ludwig Achim von Arnim die Bewirtschaftung der Güter Bärwalde und Wiepersdorf. Er und Bettina übersiedeln mit den Söhnen Freimund und Siegmund von Berlin nach Wiepersdorf. Seine Schwager Clemens Brentano und Friedrich Carl von Savigny sowie Wilhelm Grimm sind hier zu Gast.  
 
Während es Bettina nach 3 Jahren wieder nach Berlin zurückzieht, bleibt Achim bis zu seinem frühen Tod als Gutsherr und Dichter in Wiepersdorf. Hier entsteht sein bekannter, unvollendet gebliebener Roman >Die Kronenwächter<.
Am 21. Januar 1831 stirbt Achim von Arnim unerwartet. 
Sein Grab befindet sich auf dem Familienfriedhof neben der Wiepersdorfer Kirche.
 

Bettina von Arnim wird am 4. April 1785 in Frankfurt am Main als Catharina Elisabetha  Ludovica Magdalena Brentano geboren. Die aus Norditalien stammenden Brentanos gehören zu den großen Familien der deutschen Kulturgeschichte. Bettinas Vater, Peter Anton Brentano, war Resident des Kurfürsten von Trier. Die Mutter Maximiliane, geborene La Roche, war eine Jugendfreundin Goethes. Nach dem frühen Tod der Eltern lebt Bettina vom zwölften Lebensjahr an bei der Großmutter, der Schriftstellerin Sophie von La Roche, in Offenbach.
 
1802 trifft Bettina erstmals den Freund ihres Bruders Clemens, Ludwig Achim von Arnim, den sie neun Jahre später heiratet. Zwischenzeitlich hat Bettina wichtige, sie und ihre Kunstauffassung prägende Begegnungen, unter anderem mit Ludwig Tieck, Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig van Beethoven.
 
Nach der Geburt der beiden ersten Söhne - das Paar hat sieben Kinder - beginnt 1814 Bettinas Leben als Gutsfrau in Wiepersdorf.
 
1817 zieht sie jedoch mit ihren Kindern zurück nach Berlin. Dort nimmt sie regen Anteil am gesellschaftlichen Leben der preußischen Hauptstadt und setzt sich für Arme und politisch Verfolgte ein.
 
Das Dichterpaar lebt weitgehend getrennt voneinander. Der rege Briefwechsel zwischen Berlin und Wiepersdorf vermittelt allerdings sowohl ein Bild dieser ungewöhnlichen Ehe als auch des ländlichen und städtischen Lebens zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
 
Nach dem Tod Achim von Arnims gibt Bettina sein Werk heraus und beginnt ihre eigene
schriftstellerische Arbeit. Die Briefromane >Goethes Briefwechsel mit einem Kinde<, >Die Günderode< und >Clemens Brentanos Frühlingskranz< sowie die politische Schrift >Dies Buch gehört dem König< machen sie bekannt. Enge Freundschaften verbinden sie vor allem mit Rahel Varnhagen, Robert Schumann, Hermann Fürst Pückler-Muskau und Friedrich Schleiermacher.
 
Bettina von Arnim stirbt am 20. Januar 1859 in Berlin. Begraben ist sie in Wiepersdorf. Ihr soziales Engagement und weltoffenes Denken, ihre Arbeit als Herausgeberin der Werke ihres Mannes und nicht zuletzt die eigene schriftstellerische Tätigkeit machen sie zu einer der großen Frauengestalten des 19. Jahrhunderts.